Chronische Depressionen auch von Fachwelt weit unterschätzt

Zwei Geständnisse beim Symposion über chronische Depression des Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in der vergangenen Woche in Heidelberg:

Selbst die Fachwelt habe, sagte der Psychiater Mathias Berger aus Freiburg, die Zahl der Menschen, die dauerhaft unter Depressionen leiden, lange falsch eingeschätzt. Dies seien nämlich nicht wie bisher angenommen fünfzehn Prozent aller depressiv Erkrankten, sondern tatsächlich rund doppelt so viel.

Bei drei Viertel der chronisch Depressiven setze die psychische Krankheit schon früh ein, nämlich vor dem zwanzigsten Lebensjahr. In den Biographien dieser Patienten mit einer Frühform fänden sich häufig traumatische Kindheitserlebnisse. „Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass dauerhafte Vernachlässigung oder sexueller und körperlicher Missbrauch in der Kindheit häufig zu einem frühen Beginn einer chronisch verlaufenden Depression führen“, so Berger.

Der angemessene gesellschaftliche und medizinische Umgang mit chronischen Depressionen ist folglich:

  1. frühen Traumatisierungen und Vernachlässigungen im Kindesalter entgegenzuwirken
  2. chronisch depressiven Menschen adäquate therapeutische Hilfe zu gewähren.
  3. Erkrankte in ihrem Leiden anzuerkennen und nicht durch Stigmatisierung und Ausgrenzung erneut zu traumatisieren

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Eine Antwort zu “Chronische Depressionen auch von Fachwelt weit unterschätzt”

  1. Psychomuell » Doch mehr chronisch Depressive? sagt:

    [...] beim Medblog Doch mehr chronisch Depressive? ist Beitrag Nr. 905 Autor: Susanne, am Donnerstag, den 11. [...]

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