Katastrophale Verhältnisse in deutschen Pflegeheimen
Einem Bericht des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) zufolge sollen die Zustände in deutschen Pflegeheimen und auch in der ambulanten Pflege katastrophal sein. Der Bericht fasst circa 8000 Qualitätsberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) der Jahre 2004 bis 2006 zusammen. Mehr als 40 000 Pflegebedürftige wurden dafür in Heimen und zu Hause untersucht. Das Gutachten selber habe ich noch nicht gefunden, aber es ist heute Gegenstand der Tagespresse (z. B. bei “spiegel.de”). Aufgrund unzureichender und falscher Behandlung kommt es offenbar insbesondere gehäuft zu Wundliegen, falscher Ernährung (Ein Drittel der Heimbewohner erhalte schlicht zu wenig zu essen…), vermeidbaren Stürzen und sogar zu unklaren Todesfällen. Seit Jahren ist die schlechte Versorgung in deutschen Pflegeheimen bekannt, wiederholt war dies auch Thema in Talksendungen wie “Sabine Christiansen”. Bereits 2004 (!) schrieb wdr.de , insgesamt sei ein stetiger Abbau von Qualitätsstandards zu verzeichnen und es etabliere sich eine “2-Klassen-System Altenpflege”. Besonders gravierend sei die Situation von Demenz-Kranken.
Wie können sich in Zeiten allgegenwärtiger Qualitäts-Debatten, Standardisierungen und Zertifizierungen über Jahre hinweg solche menschenverachtenden Entwicklungen weiterentwickeln und alle Mahnungen und Schilderungen von Betroffenen und Fachleuten jahrelang ohne Konsequenz bleiben…?
Werden hier nicht auch gravierende Systemfehler im deutschen Gesundheitswesen und in der Ausrichtung der Gesundheitspolitik sichtbar?