Medizin und Medien
Die Art, wie die Medien medizinische Inhalte aufgreifen und bearbeiten hat eine Auswirkung darauf, wie seriös und differenziert Medizin mit ihren gesundheitspolitischen Aspekte in der Öffentlichkeit zur Wahrnehmung gebracht werden kann. Denn natürlich befinden sich auch Anbieter medialer Inhalte im wachsenden Markt unter einem Erfolgsdruck, der letztlich bestimmt, welche Inhalte “verwertbar” sind.
Im Streiflicht der aktuellen Ausgabe der Schweizerischen Ärztezeitung schreibt Erhard Taverna:
“Auf dem für alle offenen Marktplatz medialer Angebote ist ein Kampf um Aufmerksamkeit entbrannt. Besonders gut verkaufen lassen sich neue und kontroverse Themen. Gesucht sind Normverletzungen und die Abweichung von gesellschaftlichen Erwartungen. Komplexes wird auf Personen reduziert, unablässig hergestellte Betroffenheit sorgt für Beachtung und Absatz. Die Folge dieser Verkaufsstrategie ist eine endemische Beunruhigung durch Dramatisierung und Skandalisierung. Diese Klaviatur der öffentlichen Erregung beeinflusst unsere Wahrnehmung von Risiken, was bis in die Gesetzgebung hineinwirkt.”
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