Patienten und Sozialamt
PatientInnen, die in der oft mehrjährigen (!) Abklärungszeit der IV entsprechend auf Unterstützung durch das Sozialamt angewiesen sind, schildern immer wieder, wie demütigend sie es empfinden, wenn sie dort am Schalter bedient werden und für die hinter ihnen anstehenden Klienten gut hörbar über ihre soziale Situation verhandeln müssen, warum das Geld nicht reicht, wer jetzt die Rechnungen bezahlt etc..
Ich weiss natürlich auch nicht, warum das so organisiert ist. Ich kann es ja nicht ändern, höre dann zu und denke, dass ich selber auch nie in eine solche Situation geraten möchte. Bei der Bank werde ich auch des öfteren zum ungewollten Mithörer, wenn z. B. kein Geld auf dem Konto ist oder die entsprechende Vollmacht des Partners nicht vorliegt etc.. Da frage ich mich auch immer, warum der Kundenkontakt so organisiert ist. Wo doch die Bank selber am besten wissen müsste, wie sensibel das Thema Geld ist…
25. April 2007 um 23:57
Beim Sozialamt am Schalter hintereinander? Demütigung pur, ja, kann ich mir vorstellen. Warum das so organisiert ist? Ich tippe mal darauf, dass so schneller mehr Leute abgefertigt werden können Außerdem ersparen sich die Sachbearbeiter lästige Fragen und Diskussionen, die in einem privateren Rahmen möglicherweise gestellt werden würden, aber so – durch die genervt wartenden Mitmenschen und diesen wenig datengeschützten Raum – vermutlich gar nicht erst formuliert werden. Ich würde mich da auch bemühen schnell wieder weg zu kommen. Ist einfach kostengünstiger und schneller als wenn jeder Sachbearbeiter ein eigenes Zimmerchen zugewiesen bekommen würde. Klientenorientiert ist es wohl nicht. Und ob es das überhaupt sein soll ist auch fraglich.