Ärztliches Denken und Handeln unter Managed Care

Warum bedeutet die lückenlose Einführung von “Managed Care” eine so tiefgreifende Manipulation der ärztlichen Arbeit?
Managed Care übt seine kontrollierende und steuernde Funktion im Gesundheitswesen dadurch aus, dass es den behandelnden Fachärzten in ihren medizinischen Kernbereichen (Indikationsstellung, Diagnostik, Therapieplanung, Medikation, Behandlungsdauer) die Entscheidungskompetenzen entzieht und diese durch zentral festgelegte Standards ersetzt.

Managed Care verhindert also systematisch, dass Ärzte situations- und problembezogen und den jeweils unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Patienten gemäss die Behandlung individuell planen und durchführen und bei Bedarf rasch und unkompliziert anpassen können. Die praktische Medizin wird dadurch starr, die Ärzte naturgemäss auf die Erfüllung von “Leitlinien”, die Einhaltung von vorgegebenen “Budgets” oder die immer komplizierter werdenden Fragen der “Abrechnung” fixiert, anstatt sich darauf zu konzentrieren, ihren Patienten rasch und wirksam zu helfen.

Managed Care verändert so das Denken und Handeln der Ärzte in eine Richtung, die mit Medizin und den Bedürfnissen kranker Menschen immer weniger zu tun hat

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